{"id":151,"date":"2017-11-20T22:03:16","date_gmt":"2017-11-20T21:03:16","guid":{"rendered":"http:\/\/aspienaut.de\/?p=151"},"modified":"2017-11-20T22:11:49","modified_gmt":"2017-11-20T21:11:49","slug":"ein-tag-wie-er-schlimmer-nicht-haette-sein-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aspienaut.de\/?p=151","title":{"rendered":"Ein Tag, wie er schlimmer nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen."},"content":{"rendered":"<p>Da mir durch die Trennung nun auch die Vertrauensperson fehlt, der ich s\u00e4mtliche Gef\u00fchle und Erlebnisse anvertrauen konnte, versuche ich nun, diese f\u00fcr mich hier niederzuschreiben. Auch wenn das &#8220;f\u00fcr mich&#8221; nun suggeriert, ich suhlte mich hier in einer Anonymit\u00e4t, ist mir doch durchaus bewusst, dass diese Seite im Internet verf\u00fcgbar ist. Jedoch bin ich bereit, meine autistischen Erfahrungen zu teilen. Denn genau dies war der Grundgedanke dieser Seite. &#8220;F\u00fcr mich&#8221; bedeutet in dem Kontext viel mehr, dass ich f\u00fcr mich einen Nutzen aus dem Niederschreiben meiner Gedanken ziehen kann. Ich erhalte zwar keine Antwort eines Gegen\u00fcbers, doch kann ich beim Schreiben Situationen reflektieren, diese f\u00fcr mich \u00fcberdenken und wom\u00f6glich ein Fazit ziehen, das mir hilft, besser mit Situationen umzugehen.<\/p>\n<p>Der heutige Tag war gepr\u00e4gt von solchen Situationen, die mich wieder einmal fest in ihren H\u00e4nden hielten. Schon am Vormittag war ich wieder so fertig und m\u00fcde von all den Menschen, die in der Schule um mich herum agierten, dass ich bereits um 11 Uhr w\u00e4hrend des Unterrichts einschlief. Auch wenn die letzte Opipramol zu dem Zeitpunkt bereits 16 Stunden zur\u00fcck lag und ihre volle Wirkung w\u00e4hrend der Nacht entfaltete, f\u00fchlte ich mich, als setzte die Wirkung just in diesem Augenblick ein. Die Lider schwer wie Blei, die Gedanken abseits der Spur in einem Nebel aus Ger\u00e4uschen und Ger\u00fcchen, vegetierte ich in den Vormittag hinein, eh ich mich zwei Stunden vor Schulschluss austragen lie\u00df und ging.<\/p>\n<p>Ich ging jedoch nicht, weil ich nicht mehr konnte, sondern vielmehr, weil heute ein wichtiger Termin anstand: Das Erstgespr\u00e4ch der Autismustherapie. Da ich dort keineswegs zu sp\u00e4t kommen wollte, hielt ich es f\u00fcr n\u00f6tig, die Schule eher zu verlassen. Ein gut durchdachter Plan meinerseits.<\/p>\n<p>Ich fuhr schnell nach Hause, zog mich um und setzte mich direkt wieder ins Auto, Richtung Therapiezentrum. Die Fahrt war gepr\u00e4gt von Abwesenheit und ich zermaterte mir den Kopf mit Gedanken, die sich nicht ausblenden lie\u00dfen. Ich verpasste die Ausfahrt der Autobahn, geriet in einen Stau.. schaffte es jedoch noch rechtzeitig zur besagten Adresse. Dort angekommen, jedoch das Debakel schlechthin: weit und breit keine Parkm\u00f6glichkeiten. Zudem war die Hauptstra\u00dfe, an der die Einrichtung lag, so stark befahren, so dass ich nicht langsam nach etwaigen Parkm\u00f6glichkeiten auf dem Gel\u00e4nde ausschau halten konnte. Ziellos fuhr ich weiter, den Schwei\u00df auf der Stirn stehen, die Gedanken im Gehirn h\u00e4mmernd. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte.<\/p>\n<p>Nur noch zehn Minuten bis zum Termin. Ich fuhr mehrfach um den Block. Kein Parkplatz.<\/p>\n<p>In meiner Verzweiflung wollte ich schon unverrichteter Dinge den Heimweg antreten und mich hinterher telefonisch \u00fcber die Parkplatzsituation beschweren, bis vor mir jemand aus der Parkl\u00fccke einer Seitenstra\u00dfe fuhr. Mittlerweile hatte ich zehn Minuten Versp\u00e4tung.<\/p>\n<p>Ich hastete ins Geb\u00e4ude, zitternd und stotternd klingelte ich und wurde erstaunt empfangen..<\/p>\n<p>Man h\u00e4tte mich am heutigen Morgen schon versucht zu erreichen und sprach mir auf den Anrufbeantworter, dass die besagte Therapeutin heute nicht komme, da sie krank sei.<\/p>\n<p>Ernsthaft?<\/p>\n<p>Ich habe eher Feierabend gemacht, bin wie ein Irrer auf der Parkplatzsuche gewesen, h\u00e4tte dabei am liebsten mein Auto vor lauter Wut zerlegt, um festzustellen, dass der Tag eigentlich ganz anders h\u00e4tte verlaufen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Ich fuhr zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg fuhr ich bei der Poststation vorbei um ein Paket abzuholen, das mit einem Abholschein am Samstag angek\u00fcndigt wurde. Nach schier endlosen Minuten des Wartens die Erkenntnis: Wir haben ihr Paket gar nicht, aber wir telefonieren mal &#8216;rum!<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte innerlich platzen k\u00f6nnen, h\u00e4tte am Liebsten den Kopf gegen die Wand geschlagen. Es war scheu\u00dflich!<\/p>\n<p>Letztendlich wurde ich auf eine weitere Poststation in einem anderen Stadtteil verwiesen, die der Paketzusteller komischerweise aufsuchte.. Warum diese Poststation, obwohl sie gar nicht in meinem Zustellungsbereich lag?<\/p>\n<p>Zuhause angekommen, legte ich mich hin und verschlief den Rest des Tages, bis ich nun um 22 Uhr diesen Text schrieb.<\/p>\n<p>ps.<\/p>\n<p>Wenn nun jemand neugierig ist, was in dem Paket war: <a href=\"http:\/\/aspienaut.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/sulo_muelltonne_klein.jpg\" data-lightbox=\"gal[151]\">Click<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da mir durch die Trennung nun auch die Vertrauensperson fehlt, der ich s\u00e4mtliche Gef\u00fchle und Erlebnisse anvertrauen konnte, versuche ich nun, diese f\u00fcr mich hier niederzuschreiben. Auch wenn das &#8220;f\u00fcr mich&#8221; nun suggeriert, ich suhlte mich hier in einer Anonymit\u00e4t, ist mir doch durchaus bewusst, dass diese Seite im Internet verf\u00fcgbar ist. 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