{"id":223,"date":"2018-04-30T18:21:44","date_gmt":"2018-04-30T16:21:44","guid":{"rendered":"http:\/\/aspienaut.de\/?p=223"},"modified":"2018-05-01T23:11:31","modified_gmt":"2018-05-01T21:11:31","slug":"das-uebliche-chaos-zwischen-parkplatzsuche-und-einkaeufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aspienaut.de\/?p=223","title":{"rendered":"Das \u00fcbliche Chaos zwischen Parkplatzsuche und Eink\u00e4ufen."},"content":{"rendered":"<p>Ich habe lang \u00fcberlegt, ob ich den heutigen Beitrag zus\u00e4tzlich in meiner Facebook Aspiegruppe des Vertrauens posten sollte. Einerseits erf\u00e4hrt man dort direktes Feedback, oftmals in sinnvoller Form, wie man es von Facebookgruppen eigentlich gar nicht gewohnt ist &#8211; andererseits \u00fcberkommt es mich manchmal, meine Inhalte wieder zu l\u00f6schen, wenn mich die Kommentarflut negativ triggert oder ich den Drang habe mich einfach aus der Diskussion auszuklinken. Ein relativ aspietypisches Verhalten, das jedoch kurioserweise dort nicht geduldet wird und bereits in der Vergangenheit zu Diskussionen f\u00fchrte.. Da diese Regelung einen schon sehr einschr\u00e4nkt, verzichte ich seit geraumer Zeit auf eigene Beitr\u00e4ge, auch wenn sie mir immer halfen, meinen Sichtweise zu einem Standpunkt zu hinterfragen. Schade!<\/p>\n<p>Da ich heute einen Br\u00fcckentag habe, versprach ich meiner Oma gestern, sie heute fr\u00fch mit dem Auto abzuholen, um mit ihr in die Stadt zu fahren und mit ihr einzukaufen und Bankgesch\u00e4fte zu erledigen. Dort angekommen, erwartete mich das \u00fcbliche Verkehrschaos in Form von Autoschlangen und Gehupe. Normalerweise kann ich solche Situationen ignorieren und fahre einfach durch &#8211; zudem dr\u00fccke ich selber gern mal auf die Hupe, wenn mir etwas nicht passt, was sich vor meiner Sto\u00dfstange abspielt. Jedoch befand ich mich mitten im Get\u00fcmmel und zudem auf der Suche nach einem Parkplatz. Geschlagene 20 Minuten fuhr ich durch die Innenstadt, um einen verdammten Parkplatz zu finden. Nichts. Mit jeder Minute wurde ich gereizter und aggressiver.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich das f\u00fcnfte Mal um den Marktplatz fuhr, fanden andere bereits Parkpl\u00e4tze, doch ich fuhr auch ein sechstes und siebtes Mal die selbe Strecke ohne Erfolg. Jedes Mal innerlich aggressiver, den Puls bereits am Hals sp\u00fcrend, den Drang, meinen Kopf aufs Lenkrad zu schlagen. Ich hatte meiner Oma versprochen, die Gesch\u00e4fte mit ihr heute zu erledigen und habe mich vollkommen darauf eingestellt, dass ich sie zur Bank begleitete und anschlie\u00dfend in den Gem\u00fcseladen, um frischen Spargel zu kaufen. Eines habe ich jedoch nicht einkalkuliert: die Parkplatzsuche &#8211; und erst recht nicht die Tatsache, dass die Innenstadt an einem Montagmorgen so derma\u00dfen verstopft ist.<\/p>\n<p>Sollte die Fahrt in die Stadt umsonst gewesen sein? Auch sie merkte, dass ich langsam aber sicher &#8220;am Rad drehte&#8221; und einfach nur noch &#8220;weg wolllte&#8221;. Raus aus dieser verstopften Innenstadt, in der die blechgewordene Anarchie w\u00fctete. Ich wollte raus aus dem Molloch, doch ich hatte meiner Oma etwas versprochen, das ich nat\u00fcrlich nicht im Sande verlaufen lassen wollte.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise ergriff sie den Faden und schlug vor, zur\u00fcck zu fahren, um auf dem Weg beim Supermarkt anzuhalten. Gesagt, getan. Doch auch hier erwartete mich eine \u00e4hnliche Szene, in der die Parkplatzsuche den Klimax der Handlung darstellte. Doch hatte ich hier etwas mehr Gl\u00fcck, als in der Innenstadt und erwische die letzte freie Parkbox.<\/p>\n<p>Im Laden angekommen griff ich mir intuitiv einen kleinen Einkaufskorb, meine Oma jedoch wollte einen Wagen holen. Die Idee redete ich ihr aus und stellte den Einkaufskorb als viel praktischeres Transportmittel dar. Jedoch fiel mir erst hinterher ein, dass sie sich wahrscheinlich am Wagen aufst\u00fctzen wollte und ihr das Laufen dadurch leichter fiel. Egoistisch wie ich bin, bestand ich jedoch auf meinen Einkaufskorb und raste in den Laden. Das schlechte Gewissen kam schleppend. Ich versuchte noch w\u00e4hrend des Einkaufes sie davon zu \u00fcberzeugen, ihr einen Wagen zu holen. Doch sie schlug aus. Dieser Gedanke brannte sich in mein Gehirn und ich \u00fcberdachte ihn in jeglichen Variationen: Weshalb war ich so blind und kam nicht vorher drauf, dass sie den Wagen vielleicht als Gehhilfe nutzen wollte? Wozu sollte man sonst einen Wagen nehmen, wenn man eh nur 3 Teile kaufen m\u00f6chte? Ich f\u00fchlte mich so derma\u00dfen d\u00e4mlich und h\u00e4tte mich selber in den Hintern treten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>An der Wursttheke angekommen, wartete ich in zweiter Reihe, w\u00e4hrend meine Oma ihre Wurst kaufte. Ich beobachtete die Situation, wie ich es am besten kann: Als Au\u00dfenstehender. Ich analysierte die Bedienungen und musterte jede ihrer Bewegungen. Eine Frau fiel mir besonders negativ auf: Im Gegensatz zu den anderen dreien, trug sie nur einen Gummihandschuh. Die rechte Hand war unbekleidet und griff immer wieder abwechselnd unbewusst an ihre Haare und an die Wurst, die sie aus der Auslage nahm. Mit der nackten Hand, mit der sie sich eben noch durchs Haar fuhr, ergriff sie den Kochschinken und w\u00fchlte in dem Stapel geschnittener Scheiben wie in einem Buch, in dem sie eine Seite suchte. Ich versuchte meine Oma aus dem Off st\u00e4ndig darauf hinzuweisen, doch sie war viel zu sehr vertieft in ihre Bestellungen und Smalltalk mit den anderen Kundinnen, die an der Theke warteten. Nachdem nun auch die zweite Wurstsorte von der Bedienung mit der ungesch\u00fctzten, keimverseuchten Hand angefasst wurde, platzte mir der Kragen und ich fuhr sie lautstark an. Ich h\u00e4tte am liebsten den Einkaufskorb samt Inhalt in die Wursttheke geschmissen. Sichtlich peinlich ergriffen entschuldigte sich die Bedienung, wusch sie die H\u00e4nde, zog sich zwei neue Handschuh an und verpackte die Wurst erneut, w\u00e4hrend sie sich weiterhin f\u00fcr ihr Verhalten entschuldigte. Ich merkte gar nicht, wie sehr ich die Blicke auf mich zog, als ich das Verhalten der Bedienung als Widerlich und Ekelhaft bezeichnete. Wie selbstverst\u00e4ndlich nahmen alle anderen Kunden es duldend hin, Wurst verpackt zu bekommen, die mit nackten H\u00e4nden angefasst wurde. Ich f\u00fchlte mich in dem Augenblick sicherlich genau so schlecht, wie die Bedienung, die ich blo\u00dfstellte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meine Oma weiter einkaufte, zog ich mich zur\u00fcck und f\u00fchlte mich wie ein Angeklagter, der von allen Seiten angestarrt wurde. Im Auto angekommen, versuchte ich meiner Oma die Situation und den Ausl\u00f6ser daf\u00fcr zu schildern. Sie stimmte mir zwar zu, doch f\u00fchlte ich mich immer noch seltsam.<\/p>\n<p>Eigentlich ist es gar nicht meine Art, mich lautstark in der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber andere zu echauffieren. Im Augenblick tat es wirklich gut und ich f\u00fchlte mich selbstbewusst und sicher &#8211; auch wenn hinterher seltsame Schuldgef\u00fchle einsetzten.<\/p>\n<p>Die Vorf\u00e4lle am Morgen f\u00fchrten dazu, dass ich mich hinlegen musste und den ganzen Nachmittag verschlief. Ich schreibe diesen Text um 18:18. Etwa sieben Stunden nach den geschilderten Vorf\u00e4llen und jetzt \u00e4rgere ich mich dar\u00fcber, dass ich meine Kritik nicht eloquenter Argumentierte. Doch sie war aus mir herausgeplatzt, ohne vorher zu \u00fcberlegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe lang \u00fcberlegt, ob ich den heutigen Beitrag zus\u00e4tzlich in meiner Facebook Aspiegruppe des Vertrauens posten sollte. 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