{"id":468,"date":"2020-09-15T14:33:28","date_gmt":"2020-09-15T12:33:28","guid":{"rendered":"http:\/\/aspienaut.de\/?p=468"},"modified":"2020-09-16T16:35:07","modified_gmt":"2020-09-16T14:35:07","slug":"2-jahre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aspienaut.de\/?p=468","title":{"rendered":"2 Jahre nach dem Neustart meines Lebens. Wo stehe ich jetzt?"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute vor zwei Jahren zog ich nach\nOsnabr\u00fcck. Bei der Immatrikulationsfeier, 4 Tage sp\u00e4ter, sprach der Dekan\n&#8220;Freuen Sie sich auf die n\u00e4chsten Jahre. Man sagt, das Studium sei die\nsch\u00f6nste Zeit des Lebens&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p> Was ich bislang aus diesem Satz mitnehmen konnte? Nichts. <\/p>\n\n\n\n<p>Vor zwei Jahren nahm das Martyrium\nseinen Lauf. Der Umzug und das Studium sind &#8211; n\u00fcchtern betrachtet &#8211; meine\ngr\u00f6\u00dften Fehler seit 2002. Es sollte ein Weg in ein neues Leben werden, um die\nTrennung zu \u00fcberwinden und einen kompletten Neuanfang meines Lebens zu\nvollziehen, wurde aber der Weg in meine gr\u00f6\u00dfte soziale Isolation seit 2005. Die\nTrennung habe ich \u00fcberwunden, die Einsamkeit nicht. Ich habe einfach keine\nEnergie mehr und f\u00fchle mich ausgebrannt, bin mal wieder an einem Tiefpunkt, wie\nich ihn lange schon nicht mehr erlebte. <\/p>\n\n\n\n<p>Deja-vu. 2002 war es \u00e4hnlich. Nach der\nRealschule wollte ich unbedingt das Abi machen. Ich fand keinen Anschluss, ich\nwar allein, das neue Umfeld \u00fcberforderte mich und ich qu\u00e4lte mich drei Jahre\nerfolglos durch den \u00c4ther, blieb zwei Mal sitzen und ging 2005 nach drei\nverschwendeten Jahren ohne Abschluss ab. Es folgte jahrelange soziale Isolation\nund Arbeitslosigkeit, verlie\u00df teils \u00fcber Wochen nicht mein Zimmer &#8211;\nallerh\u00f6chstens nachts. Erst als ich 2012 mit meiner Ex zusammenkam, ging es\nbergauf. Zum ersten Mal f\u00fchlte ich mich verstanden und nicht stigmatisiert. Ich\nsch\u00f6pfte Energie, wie ich sie vorher nicht kannte. Jedoch vergingen drei\nweitere Jahre im Kampf mit mir selbst und der Konsultierung s\u00e4mtlicher \u00c4rzte\nund Therapeuten, um 2015 endlich dort anzukn\u00fcpfen, wo ich 2005 aufh\u00f6rte;<\/p>\n\n\n\n<p> Es folgten Ausbildung und Abi im zweiten Bildungsweg binnen 3 Jahren, beides als Jahrgangsbester, ersteres sogar mit namentlicher Erw\u00e4hnung in einem Zeitungsartikel. Ich war auf einem H\u00f6henflug und konnte zum ersten Mal mein volles Potential sch\u00f6pfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende 2017 dann der unvermeidbare\nAugenblick, der mich bis dato nur in meinen schlimmsten Albtr\u00e4umen heimsuchte:\ndie Trennung &#8211; nach fast 6 Jahren wieder irgendwie allein klarkommen. Wieder\nein tiefer Einschnitt meines gewohnten Alltags, der mich v\u00f6llig verwirrte und\naus der Bahn werfen sollte. Jedoch hatte ich noch genug Energie, um das Abi\n2018 noch zu meiner Zufriedenheit zu beenden. Zum Gl\u00fcck, denn die Energie\nverlie\u00df mich kurz darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Umzug nach Osnabr\u00fcck sollte mein Neuanfang sein, um die alten Probleme abzustreifen und neue Energie zu finden. Ein Reboot des Lebens. Berufliche und soziale Neuordnung. Letztendlich sind nur neue Probleme hinzugekommen. Ich habe mich freiwillig und bewusst einer Ver\u00e4nderung meiner Lebensumst\u00e4nde unterzogen, obwohl mich in der Vergangenheit schon viel kleinere Ver\u00e4nderungen aus der Bahn geworfen hatten. Zur\u00fcck ist aber keine Option.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute vor zwei Jahren zog ich nach Osnabr\u00fcck. Bei der Immatrikulationsfeier, 4 Tage sp\u00e4ter, sprach der Dekan &#8220;Freuen Sie sich auf die n\u00e4chsten Jahre. Man sagt, das Studium sei die sch\u00f6nste Zeit des Lebens&#8221;. Was ich bislang aus diesem Satz mitnehmen konnte? Nichts. 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