{"id":503,"date":"2021-05-03T19:57:08","date_gmt":"2021-05-03T17:57:08","guid":{"rendered":"http:\/\/aspienaut.de\/?p=503"},"modified":"2022-09-10T20:50:38","modified_gmt":"2022-09-10T18:50:38","slug":"503","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/aspienaut.de\/?p=503","title":{"rendered":"#"},"content":{"rendered":"\n<p>Eigentlich m\u00fcsste man \u201eim Alter\u201c ja durch Erfahrungen und\nErlebnisse, weiser werden, was Abweisungen angeht, gar irgendwie ein wenig\nabstumpfen oder zumindest eine so gro\u00dfe Distanz zu dieser Thematik aufbauen,\ndass es einem nicht mehr irrational nahe geht. Im Klartext: Gesund und\nerwachsen mit nicht erf\u00fcllten Vorstellungen\/W\u00fcnschen umgehen k\u00f6nnen, ohne dass\nman sich \u2013 wenn auch unbewusst \u2013 gedanklich hineinsteigert und st\u00e4ndig\nversucht, das \u201eWarum\u201c zu erkennen \u2013 auch wenn einem bewusst ist, dass man\ndieses \u201eWarum\u201c nie erfahren wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit meine ich nun nicht dieses Gr\u00fcbeln, in das jeder\nHalbwegs sensible und denkende Mensch verf\u00e4llt, wenn man vom Gegen\u00fcber,\npl\u00f6tzlich nicht mehr beachtet wird oder sich die Stimmung der Kommunikation schlagartig\n\u00e4ndert. Sprich: \u201egr\u00fcbeln, Wunden lecken, nochmals gr\u00fcbeln, sauer sein und\nirgendwann die Gedanken ad acta legen\u201c, sondern einen unaufhaltsamen,\ndestruktiven Gedankenstrudel, der einen so sehr im Griff haben kann, dass der\nAlltag dadurch in einer negativen Art und Weise gepr\u00e4gt und das allt\u00e4gliche\nHandeln eingeschr\u00e4nkt wird. (Eben die klassische Depression mit all ihren\nFacetten von Schlaflosigkeit, \u00fcber Appetitlosigkeit, Lethargie, Unf\u00e4higkeit,\nseine gewohnte geistige und k\u00f6rperliche Leistung zu erreichen. Das \u00fcber einen\nZeitraum von Wochen oder l\u00e4nger.)<\/p>\n\n\n\n<p>Letztes Jahr hatte ich in so einer Situation meinen Job geschmissen, weil mich das ganze Gr\u00fcbeln so viel Energie kostete, dass ich mich auf nichts anderes mehr fokussieren konnte und letztendlich mein Tagesablauf komplett durcheinandergeriet. Dem Ganzen war ein Zeitraum von M\u00e4rz bis Semptember vorausgegangen, in dem ich viel Zeit mit einer Frau verbrachte, in die ich mich schlussendlich verliebte. Auf die Aussprache folgte das Ghosting \u2013 eine Handlung, die mein Gehirn nicht verstand und daher zwanghaft nach Antworten suchte, die ich nat\u00fcrlich nie bekam.<\/p>\n\n\n\n<p>Ghosting ist f\u00fcr mich DER D\u00e4mon schlechtin. Meine absolute Urangst. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie ich auf die Trennung von meiner Ex nach fast sechs Jahren Beziehung reagierte, muss ich wohl nicht erw\u00e4hnen. Im Grunde hat das damals den Stein bei mir ins Rollen gebracht, mich zu einem Menschen gemacht, der im Kontrast zu jedem normalen sozialen Denken und Handeln steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mache mittlerweile deutlich bewusster die Erfahrung, dass sich die Effekte von Abfuhren summieren, sich einbrennen, mich nachhaltig pr\u00e4gen und massiven Einfluss auf mein weiteres Kennenlernverhalten nehmen. Dazu muss im Grunde nichtmals mehr klassisches Dating vorausgegangen sein, selbst Gef\u00fchle f\u00fcrs Gegen\u00fcber sind nicht obligat, sondern einzig die Tatsasche, dass ich Energie investierte und einfach nur eine intensive Konversation \u00fcber einige Zeit mit einer mir interessant erscheinenden, jedoch unbekannten Frau f\u00fchrte, reicht mittlerweile aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider vergesse ich kaum etwas, besonders wenn es mit starken Emotionen gekoppelt ist \u2013 positive, wie auch negative, wobei hier die negativen im Vordergrund stehen. Ich schreibe mit einer Frau, die ich nicht kenne, aber irgendwie interessant finde und das einzige, an das ich denke, ist: GHOSTING. Dadurch sind die negativen Assoziationen, die ich mit dem Kennenlernen verbinde, immer sehr schnell sehr pr\u00e4sent. Sobald ich anfange, mich einem Gegen\u00fcber zu \u00f6ffnen, ist da direkt diese Angst, erneut vergebens Energie zu investieren und schlussendlich doch wieder fallengelassen zu werden. Dieses Gef\u00fchl kann ich auch leider nicht abschalten. Erfrischend, wenn man doch auf Menschen trifft, da \u00e4hnlich denken und eine \u00e4hnliche Skepsis an den Tag legen, zu denen man scheinbar irgendeinen Draht hat.. Scheinbar..<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile bin ich aus reinem Selbstschutz daher so sehr auf Distanz, dass ich kaum mehr das Level der Kommunikation erreiche, ab dem ich ein Gegen\u00fcber \u00fcberhaupt auf einer Art und Weise interessant finde, um diese Energie zu investieren, das Gegen\u00fcber zu ergr\u00fcnden. Ausnahmen best\u00e4tigen jedoch die Regel, sind jedoch f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse eher schon sowas wie ein Sechser im Lotto \u2013 und so eine Ausnahme hatte ich unl\u00e4ngst erlebt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin sowieso kein Mensch, der viele Kontakte kn\u00fcpft, auch wenn mir das im Netz f\u00e4lschlicherweise oft angedacht wird.  Zudem kommt die just erw\u00e4hnte Thematik hinzu, dass ich st\u00e4ndig in einer starken Defensivhaltung bin, was das Kennenlernen angeht und ich dadurch nur sehr selten nachhaltiges Interesse am Gegen\u00fcber entwickeln kann. Dumm nur, wenn diese Defensivhaltung mal versagt, man wider erwarten eine Frau interessant findet, da einfach diese mentale Deckungsgleichheit vorhanden ist und.. vom Gegen\u00fcber nichts mehr kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Deja-vu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich m\u00fcsste man \u201eim Alter\u201c ja durch Erfahrungen und Erlebnisse, weiser werden, was Abweisungen angeht, gar irgendwie ein wenig abstumpfen oder zumindest eine so gro\u00dfe Distanz zu dieser Thematik aufbauen, dass es einem nicht mehr irrational nahe geht. 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