Ein großer Schritt tat sich heute für mich: Es kam digitale Post von meiner zukünftigen Hochschule, in der man mir ein Angebot unterbreitete, das ich natürlich nicht ablehnen konnte. Auch wenn vor einigen Tagen noch eine “beschwichtigende” Mail kam, die davon sprach, dass es bis Mitte August dauern könne, bis man ein Zulassungsangebot erhält, erreichte mich das ersehnte Angebot bereits drei Tage nach Ende der Anmeldefrist.
Doch leider kann ich mich nicht so richtig freuen, da ich nun in einer Phase stecke, die mir jegliche Energie abverlangt: Wohnungssuche. Wohnungen zu suchen, ist das eine, doch mit den Anbietern in Kontakt zu treten und einen Termin auszumachen ist ein ganz anderes Kapitel. Eines, das mir Kopfzerbrechen bereitet.
Erst recht, wenn man sich dazu durchringt, Anbieter zu kontaktieren, man einen Termin ausmacht, diesen einen Tag vor der geplanten Besichtigung bestätigen möchte und lapidar erfährt, dass das Objekt längst vergeben sei. Keine Absage, keine Entschuldigung, nichts.
Man hätte mich tatsächlich 150km fahren lassen und ich hätte umsonst am vereinbarten Treffpunkt gewartet – das nur, weil die feinen Leute es nicht für nötig hielten, abzusagen.
Solch asoziales Verhalten macht mich krank, es schockiert mich, dass man solche simplen Umgangsformen nicht beherrscht oder einfach nur ignoriert. Und irgendwie auch ironisch, dass ich, der einen Empathiequotienten von 11 hat, sowas anmerken muss.
Wohnungssuche ist für mich etwas ganz Schlimmes. Etwas, das mich innerlich zerfrisst. Zum Einen den Gedanke im Hinterkopf, dass man so viel aufgeben muss, seinen sicheren Heimathafen verlässt, zum Anderen die Unsicherheit. Ich kann mich nicht auf eine Wohnung einstellen, es ist ein Glücksspiel. Habe ich eine gefunden, die mir im Internet zusagt, steigere ich mich zu sehr hinein.
Es ist wie mit Frauen, in die man sich nach dem ersten Flirt unsinnigerweise verliebt – obwohl man ganz genau weiß, dass dies völlig falsch ist. Ebenso geht es mir mit Wohnungen. Ich steigere mich hinein, ich plane alles durch und bin dabei völlig auf dieses eine Objekt fixiert.
Letztendlich kommt hinzu, dass ich mich wohntechnisch so oder so verschlechtern werde.
Es ist einfach zermürbend. Letztendlich bin ich froh, dass mir meine Neurologin vorerst davon abgeraten hat, die Medikamente abzusetzen. Hätte ich geahnt, wie frustrierend diese Zeit wird, hätte ich nicht einen Gedanken ans Absetzen verschwendet.