Ich habe beschlossen, diese Seite ab sofort öffentlich zu führen. Sprich: Alle Inhalte werden durch Suchmaschinen indiziert und sind über solche öffentlich zugänglich – das nachdem die Seite im Januar 2017 an den Start ging.
Da ich hier meine intimsten Gedanken teile und Einblicke in mein Leben als Autist mit all meinen Problemen gebe, führte ich die Seite vorher als reines Tagebuch für mich und mir nahestehende Personen, denen diese Seite bekannt war. Vieles ist sicherlich für Nichtbetroffene und Fremde grenzwertig und schwer verständlich. Manche mögen wohl von einem Seelenstriptease sprechen, wenn sie diese Seite besuchen und unerwartet direkte Einblicke in meine Psyche erhalten. Doch habe ich mich bewusst dazu entschieden, diese Seite fortan frei zugänglich für Jedermann zu führen.
Ich erfahre mittlerweile durch meine Schwerbehinderung unausstehliche Repressionen im Alltag und auf der Jobsuche, dass ich diese Problematik in Zukunft publik machen und auf Missstände aufmerksam machen möchte. Ich bin es Leid, von Menschen, die keinerlei Berührungspunkte zum Thema Asperger-Autismus haben, pauschalisiert zu werden, ohne dass man mir die Möglichkeit gibt, mich zu beweisen.
Ich bin Ben, ich will ein normales Leben führen. Ich will arbeiten, ich will Teil der Leistungsgesellschaft sein, ich möchte alles mir mögliche daran setzen, später nicht vollends in Armut zu sterben. Leider wird es mit jeder Woche die vergeht, die ich älter werde, schwerer, überhaupt einen Fuß ins Berufsleben zu setzen.
Ich bin hochintelligent, habe Abschlüsse mit Bestnoten und nahezu lebenslange Erfahrung mit meinem Spezialinteresse und daher eine Motivation für mein Gebiet, die kaum ein anderer Mitbewerber jemals aufbringen könnte. Ich bringe alle Voraussetzungen mit, um theoretisch alles zu erreichen, was ich mir vornehme. Doch ich habe ein Problem: Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit einem GdB 60, den ich bei Bewerbungen natürlich nicht verschweige.
Leider schreckt auch im Jahr 2024 ein Schwerbehindertenausweis potentielle Arbeitgeber zu sehr ab und Hilfe von außen, durch Antidiskriminierungsstellen, ist bislang leider nicht zielführend. Ich führe den Kampf von nun an als Einzelkämpfer und versuche über diese Seite Unterstützung zu finden. Menschen, denen es ergeht wie mir, die massives Potential bieten, aber aufgrund der Ignoranz anderer keinerlei Chance bekommen, ihr Potential zu entfalten.
Ich werde in Zukunft weiteres zu diesem Thema schreiben, weiter auf meine Person und meine Situation eingehen, Probleme beim Namen nennen und nicht mehr schweigen.