Gedanken zur Arbeitslosigkeit und der Jobsuche

https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/bewerbung-von-schwerbehinderten-arbeitgeberpflichten_76_487172.html

Interessant.. Man schreibt seit einem Jahr Bewerbungen, wird ständig ignoriert oder abgelehnt (letzteres nun 2x – immerhin waren es die einzigen Reaktionen auf meine Bewerbungen innerhalb eines Jahres! Immerhin Reaktionen – da kann ich mich ja richtig glücklich schätzen!) und wird von den Betrieben auch noch als Depp dargestellt.

Ja, es gibt Urteile, Gesetze und Paragraphen, die einen schwerbehinderten Bewerber in Schutz nehmen. In der Praxis lachen sich die Betriebe offenbar darüber ins Fäustchen und vermeiden es tunlichst, einem schwerbehinderten Bewerber (in meinem Falle mit Bestnoten und mindestens einer Handvoll anderer Faktoren, die für mich sprechen!) die Chance auf ein normales, geregeltes Leben und somit die Angst aus akuten Existenzängsten zu geben

Das kann nur enden, wenn jeder Betroffene kämpft und sich nicht mehr tatenlos zum Spielball ignoranter Betriebe macht. Ja, ich formuliere es absichtlich so. Eine Anstellung ist für die Allermeisten der einzige Weg aus der Misere. Geld fällt nicht vom Himmel (zumindest nicht bei ehrlichen Menschen, denen die Werte unserer Leistungsgesellschaft in die Wiege gelegt wurden, die autark für ihren eigenen Unterhalt sorgen wollen) und Selbstständigkeit ist für viele keine Option.
Zudem ist in manchen Fällen eine Anstellung nur in einer expliziten Fachrichtung möglich. Ich beispielsweise kann als Autist nicht einfach die Fachrichtung wechseln oder gar umschulen, wie man es mir so oft schon vorschlug. Könnte ich das, wäre ich so flexibel, dann wäre mein Leben nicht so verlaufen, wie es nun mal verlief und ich würde mit mittlerweile 38 Jahren ganz woanders im Leben stehen und nicht nach einer gescheiterten Existenz nun wieder im Dachzimmer meines Elternhauses versuchen, mein Leben in den Griff zu bekommen und verzweifelt einen Job zu finden.

Somit ist man auf den guten Willen eines potentiellen Arbeitgebers angewiesen, der einem trotz Schwerbehindertenausweis eine Chance gibt. Ohne Arbeit ist man nichts. Man hat nichts, man erreicht nichts. Man kostet nur Geld und kann nichts zur Gesellschaft beitragen. Man kann nur zusehen, wie die eigene Existenz unfreiwillig abwärts stürzt und kann sich aufgrund der mittlerweile eh unumgänglichen Altersarmut später nur noch einen schnellen Tod wünschen, um nicht auf der Straße zu landen und von der Hand im Mund zu leben.

Jeder Tag der Arbeitslosigkeit ist verschwendetes Potential. Bestnoten in Rekordzeit, lebenslanger Enthusiasmus für DIESES EINE Thema, das irgendwann der Beruf geworden ist, Wissen und Motivation, wie sie andere Bewerber kaum aufweisen können, aber dennoch arbeitslos, ohne zeitnahe Aussicht auf eine Anstellung, weil Betriebe ZWEIFEL an mir, meinen Fähigkeiten, meiner Leistung, meinem Wesen haben, ohne mir auch nur den Hauch einer Chance zu geben, mich in der PROBEZEIT unter Beweis stellen zu können.

Wie abgefuckt und krank ist dieses Denken?

Was mich am aktuellen Fall so rasend macht, ist die Personalerin bzw. ihr Handeln und ihre Aussagen.

Nur ein Beispiel von vielen. Es war bekannt, dass ich Autist bin und “mein regionales Umfeld” benötige. Was Schlug sie mir vor? BEWERBEN SIE SICH DOCH MAL AUF DER BLUMENINSEL MAINAU.

Es herrscht Fachkräftemangel, die Stelle ist immer noch frei und ihr erlaubt es Euch, einen absolut geeigneten Bewerber aufgrund Zweifel an meiner Eignung wegen meines Autismus abzulehnen.

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