Aspie und Aspie? Funktioniert nicht!

Kurz nach der Trennung warf mir meine Ex die Aussage an den Kopf, dass Aspie und NT in einer Beziehung nicht funktionieren kann – auf diesen Schluss kam sie nach 5 1/2 Jahren Beziehung. Ferner behauptete sie, dass ich ebenfalls eine Aspiepartnerin bräuchte, damit beide Partner in ihrer Welt leben können.

Ich kenne nicht viele andere Aspies, bis auf meinen Vater, den ich mit 29 durch Zufall kennenlernte, der jedoch aufgrund eines Missverständnisses kurze Zeit später den Kontakt wieder abbrach, war es lange Zeit die einzige Begegnung mit ähnlich tickenden Menschen.

Durch mein Hobby, die Fotografie, lernte ich Anfang des Jahres jedoch eine Aspiefrau kennen, mit der ich einige Male fotografieren war. Jedoch wurde mir schnell klar, dass auch das keine gute Kombination sein kann. Missverständnisse und Kleinigkeiten, die zu noch mehr Missverständnissen führten.

Zu allem Überfluss, entwickelte sie nach kurzer Zeit Gefühle für mich, die ich nicht erwidern konnte. Was jedoch nicht heißt, dass ich nicht gern mit ihr fotografieren ging. Im Gegenteil, wäre ihre emotionale Komponente nicht ins Spiel gekommen, hätte ich auch weiterhin viel Spaß gehabt, mit ihr zum fotografieren ins Grüne zu fahren.

Jedoch konnte ich mit der Nähe nichts anfangen und das Konstrukt Aspie-Aspie erschien mir noch komplizierter, als Aspie-NT. Viele Dinge die ich für normal erachtete, führten zu noch mehr Spannungen. Wenn man sich zum Fotografieren verabredet, muss ich mir nicht sagen lassen, ich hätte mehr Sinn für die Kamera, als für die Begleitung.

Das zweite Mal, dass mir andere Aspies deutlich anstrengender und nervtötender erschienen, als NTs. Soviel zu den weisen Worten meiner ach so schlauen Ex, die die Weisheit anscheinend mit Löffeln zu sich nahm.

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Unerwünscht und unsichtbar.

So, das erste Semester ist vorbei, ich hab es nicht einmal geschafft, mit meinen Kommilitonen zu sprechen. Es klappt einfach nicht! Nun kam ich jedoch auf die glorreiche Idee, die Leute bei Instagram und co. ausfindig zu machen, um zaghaften Kontakt aufzubauen.

Gesagt, getan. Habe einige gefunden und ein paar Bilder kommentiert, in der Hoffnung, auf diesem Wege das Eis brechen zu können. Tjoa. Ging wohl nach hinten los.. von einigen wurde ich direkt geblockt, andere reagierten erst gar nicht.

Klar, es wirkt sicher creepy, wenn jemand, der während des gesamten Semesters augenscheinlich komplett den Kontakt meidet und ständig allein in der letzten Reihe sitzt, plötzlich im Netz auftaucht und Kommunikation sucht. Aber es ist nunmal meine einzige Möglichkeit, um überhaupt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Ich wünschte, es wäre anders, aber es ist nunmal wie es ist.. Sobald das Eis jedoch erstmal gebrochen ist, kann ich sogar eigentlich ganz normal sein und auch sozial interagieren.. Nur muss man mir die Chance dazu geben.. Aber dazu kommt es trotz meiner Bemühungen leider nicht.

Generell kam es mir schon seit längerer Zeit vor, dass ich für meine Kommilitonen „Luft“ bin. Während der Rest komplett vernetzt ist, bin ich der einzige, an dem organisatorische Neuigkeiten ständig vorübergehen.

Die Studiengangleitung riet mir schon eindringlich, dass ich unbedingt sozialen Anschluss finden MUSS, um nicht unterzugehen.. Die Studiengangleitung ist jedoch auch die Gleichstellungsbeauftragte – hat aber von Autismus NULL Ahnung, geschweige denn Erfahrung, wie ein Autist tickt.

Das erste Semester habe ich als Einzelkämpfer nun letztendlich inhaltlich doch ganz gut gemeistert und ich bin mir sicher, dass ich meinen Weg auch weiterhin gehen kann. Jedoch merke ich langsam, dass ich – trotz jeglicher sozialer Inkompetenz – mich mittlerweile irgendwie nach Kontakt zu anderen Leuten – insb. Kommilitonen – sehne.

Ich bin immer noch komplett allein in dieser Stadt und mir fällt einfach die Decke auf den Kopf. Bislang habe ich jegliche Dinge allein gemacht, aber das kann nicht so weitergehen.

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das übliche Gesülze..

Kann man in Osnabrück eigentlich auch was anderes, außer sich zu Tode zu langweilen? Fragen über Fragen. Diese Stadt ist für mich wie ein Käfig. Sicherlich sind diese Worte – der eigentlich schönen Stadt gegenüber – unfair, doch bin ich mittlerweile wieder an einem Punkt der Unfähigkeit angelangt, wie ich ihn in diesem Ausmaß zuletzt vor 8 Jahren erlebte.

Jegliche Sozialisierung, die ich mir während meiner letzten Beziehung aneignete, ist verschwunden. Je länger ich hier bin, desto mehr bereue ich den Umzug, desto mehr verkrieche ich mich in mein nicht vorhandenes Refugium und suche Ablenkung im Internet.

Mir fehlt meine gewohnte Routine, mein sicheres Umfeld, das Gleichgewicht in meinem Leben.

Dieses Leben, das ich momentan führe, ist nicht meins. Es ist viel mehr das Leben, das ich mir vor 3 Jahren ausmalte, um anderen Menschen zu beweisen, dass ich kein Verlierer bin. Ein Liebesbeweis für Menschen, die mich längst aus dem Gedächtnis gestrichen haben.

Diese Stadt; Diese Wohnung – es ist eine Hassliebe. So euphorisch ich noch im Sommer war, so sehr hasse ich jeden Moment, den ich hier verbringe.

Die Quintessenz: Ich bin nicht imstande, alleinverantwortlich und selbstständig zu leben und zeitgleich einem Studium nachzugehen. Einfachste Dinge, die mir in den letzten Jahren keinerlei Probleme bereiteten, behindern mich, werfen mich aus der Bahn.

So sehr ich mich gerade nach sozialem Anschluss sehne, wie er mir während der letzten Jahre gegönnt war, so wenig bin ich überhaupt imstande, darauf hinzuarbeiten, wahrgenommen zu werden. Nach einem Semester habe ich es nicht geschafft, auch nur einen Satz mit Kommilitonen zu wechseln, geschweige denn, diese persönlich kennenzulernen. Stattdessen vegetiere ich in meiner Blase und drehe mich im Kreis.

Natürlich versäumte ich es durch meine absolute Missorganisation, einen Nachteilsausgleich für die Prüfungen zu beantragen, der mir laut Diagnose und Gutachten in einem umfangreichen Ausmaße zusteht. Im Grunde ist dieser Nachteilsausgleich für mich der einzige Weg, das Studium nicht an den Nagel zu hängen, der einzige Weg, nicht zu versagen. Das die magische grüne Karte nötig ist und ich dieses Ass tatsächlich ausspielen muss, wurde mir während meiner Ausbildung schon bewusst. Ohne hätte ich damals schon versagt.

Die gestrige Chemieklausur zeigte erste Früchte meiner Desorganisation. Während die ersten 2/3 noch gut von der Hand liefen, steuerte ich mit dem letzten Drittel ins Nichtbestehen. Wieso? Weil mich die – wenn auch subtile – Geräuschkulisse in den Wahnsinn trieb. Rascheln, Husten, Quietschen und Geräusche, die jeder andere Mensch ignoriert, hämmerten immer lauter werdend auf mich ein, ich geriet innerlich ins Kochen und hätte schreienderweise den Saal verlassen können, wäre es nicht so peinlich gewesen. An Konzentration war nicht mehr zu denken, selbst das Raunen der Lüfter in den Beamern war zu viel. Die Texte auf meinen Prüfungsbögen verflossen zu einer Masse, die ich nicht mehr klar wahrnehmen konnte. Ende.

Auf meine Anfrage kurz vor den Prüfungen, teilte man mir mit, dass selbst Ohrenstöpsel, die mir deutlich geholfen hätten, nicht während der Klausuren erlaubt seien, da dies als Täuschungsversuch hätte gewertet werden können.

Mit dieser Erkenntnis werden leider auch die folgenden fünf Prüfungen in den kommenden Tagen ähnlich verlaufen.

Ich fühle mich, als hätte ich den Anschluss verloren. In jeglicher Hinsicht

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Negative Gedanken

So langsam glaube ich, der Umzug und das Studium sind die beiden größten Fehler der letzten Jahre. Ich bin gnadenlos überfordert. Nicht mit dem Studium per se. Eher mit der Tatsache, die neuen Impressionen nicht verarbeiten zu können und dadurch den Blick fürs Wesentliche zu verlieren.

Mir fehlt die Stütze, die mich in solchen Situationen immer wieder auf die richtige Spur bringen konnte. Statt zu lernen laufe ich 3 Stunden ziellos durch den Supermarkt und werde bereits vom Personal angesprochen. Ich sitze auf dem Sofa und starre 4 Stunden die Wand an. Ich warte. Nur Worauf ich warte, weiß ich nicht. Die Zeit vergeht, ich bekomme nichts erledigt, ich hänge in einer Zeitschleife.

Mir war von vornherein klar, dass ich kaum bis keine neue Kontakte knüpfen würde. Weder zu Kommilitonen, Nachbarn, sonstige. Die Menschen um mich herum sind gesichtslose Silhouetten, die mir Unbehagen bescheren, die ich instinktiv meide. Aber mir war nicht klar, dass mich gerade dieser Fakt momentan an den Rand der Verzweiflung treibt.

In meiner gewohnten Umgebung machte mir das nie etwas aus. Im Gegenteil, ich war froh, den meisten aus dem Weg gehen zu können und mich nicht auf neue Menschen einstellen zu müssen. Zu allem Überfluss reißen jedoch durch die Distanz nun auch die wenigen Kontakte in die Heimat ab.

Wozu das Ganze? Wem will ich eigentlich hier etwas beweisen? Jede Nacht sitze ich wach im Bett und zerbreche mir den Kopf. Was ist in 4 Wochen, was in 4 Monaten? Ich will schlafen, aber komme ich nicht zur Ruhe.

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Irgendwie brauche ich gerade dringend jemanden zum Reden. Jemand, der mir nahe steht, den ich seit Jahren kenne, eine Person, zu der eine vertrauensvolle Bindung vorhanden ist. Eben jemanden wie Dich, die mich vor einem dreiviertel Jahr verlassen hat.

Ich bin unvollständig, es fehlt ein Teil von mir, ich fresse alles nur noch in mich hinein. Dabei ist in den letzten Monaten so viel geschehen, so viel Positives. Ich habe so viele Ziele erreicht, bin so weit gekommen. Du wärst stolz auf mich.

Es fehlt mir, mit einem Menschen über das Alltägliche zu reden, über persönliche Dinge, über Probleme, über Gemeinsamkeiten.

Ich bin unvollständig. Mit Dir ist ein Teil von mir gegangen.

Manchmal frage ich mich, wozu ich mir überhaupt die Mühe mache, im Leben vorwärts zu kommen, wenn dieser eine Mensch an meiner Seite fehlt, der mich mit dem Feuer in den Augen motivierte und mich mit der Wärme im Herzen nach vorn brachte.

Ich habe viel erreicht, aber ich kann mich nicht freuen. Es ist alles so banal, dass es mir schon fragwürdig erscheint, an diesen Zielen festzuhalten.

Du fehlst mir.

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Ich bin eingeschrieben!

Ein großer Schritt tat sich heute für mich: Es kam digitale Post von meiner zukünftigen Hochschule, in der man mir ein Angebot unterbreitete, das ich natürlich nicht ablehnen konnte. Auch wenn vor einigen Tagen noch eine „beschwichtigende“ Mail kam, die davon sprach, dass es bis Mitte August dauern könne, bis man ein Zulassungsangebot erhält, erreichte mich das ersehnte Angebot bereits drei Tage nach Ende der Anmeldefrist.

Doch leider kann ich mich nicht so richtig freuen, da ich nun in einer Phase stecke, die mir jegliche Energie abverlangt: Wohnungssuche. Wohnungen zu suchen, ist das eine, doch mit den Anbietern in Kontakt zu treten und einen Termin auszumachen ist ein ganz anderes Kapitel. Eines, das mir Kopfzerbrechen bereitet.

Erst recht, wenn man sich dazu durchringt, Anbieter zu kontaktieren, man einen Termin ausmacht, diesen einen Tag vor der geplanten Besichtigung bestätigen möchte und lapidar erfährt, dass das Objekt längst vergeben sei. Keine Absage, keine Entschuldigung, nichts.

Man hätte mich tatsächlich 150km fahren lassen und ich hätte umsonst am vereinbarten Treffpunkt gewartet – das nur, weil die feinen Leute es nicht für nötig hielten, abzusagen.

Solch asoziales Verhalten macht mich krank, es schockiert mich, dass man solche simplen Umgangsformen nicht beherrscht oder einfach nur ignoriert. Und irgendwie auch ironisch, dass ich, der einen Empathiequotienten von 11 hat, sowas anmerken muss.

Wohnungssuche ist für mich etwas ganz Schlimmes. Etwas, das mich innerlich zerfrisst. Zum Einen den Gedanke im Hinterkopf, dass man so viel aufgeben muss, seinen sicheren Heimathafen verlässt, zum Anderen die Unsicherheit. Ich kann mich nicht auf eine Wohnung einstellen, es ist ein Glücksspiel. Habe ich eine gefunden, die mir im Internet zusagt, steigere ich mich zu sehr hinein.

Es ist wie mit Frauen, in die man sich nach dem ersten Flirt unsinnigerweise verliebt – obwohl man ganz genau weiß, dass dies völlig falsch ist. Ebenso geht es mir mit Wohnungen. Ich steigere mich hinein, ich plane alles durch und bin dabei völlig auf dieses eine Objekt fixiert.

Letztendlich kommt hinzu, dass ich mich wohntechnisch so oder so verschlechtern werde.

Es ist einfach zermürbend. Letztendlich bin ich froh, dass mir meine Neurologin vorerst davon abgeraten hat, die Medikamente abzusetzen. Hätte ich geahnt, wie frustrierend diese Zeit wird, hätte ich nicht einen Gedanken ans Absetzen verschwendet.

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daily Brainfuck

Auch wenn es mir eigentlich gut geht und ich aktuell sogar sagen könnte, dass ich nicht unglücklich bin, ereilte mich heute wieder einmal eine sehr typische Situation, die mich aus der Bahn warf.

Seit Tagen schon war mir klar, dass ich heute für meine Mutter Solarlampen für den Garten kaufen wollte. Soweit so gut. Als ich mich morgens auf den Weg machen wollte, schrieb ich ihr kurz vorher noch, um mich zu vergewissern, dass ich die richtigen kaufen. Jedoch kam dann noch der Auftrag hinzu, nach einem Sonnenschirm zu schauen. Ein Sonnenschirm! Ein Sonnenschirm, den ich vorher inspizieren sollte (soweit kein Problem), wovon jedoch meine Kaufentscheidung abhängig sein sollte (großes Problem).

Was so banal klingt, hat mich komplett verwirrt. Da ich mich so sehr auf die Lampen versteift hatte, kam die Sache mit dem Schirm für mich wie eine Überraschung aus dem Nichts. Ich wusste nicht, damit umzugehen. Ein Sonnenschirm! Den ich auch nur mitbringen sollte, wenn er mir qualitativ zusagte. Zudem sollte er zu den neuen Stuhlauflagen passen..

Nachdem ich rund eine Stunde überlegte, was denn nun zu den neuen Stuhlauflagen passen könnte, war mein Gehirn so zermatert, dass ich mich mit Kopfschmerzen hinlegte und schlussendlich bis zum späten Nachmittag schlief. Das alles nur wegen eines Sonnenschirms..

Immerhin schaffte ich es noch, am frühen Abend ein halbes Dutzend der gewünschten Lampen zu besorgen und alibihalber nachzufragen, ob noch Schirme auf Lager sind.

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Aufbruch in ein neues Leben

Eigentlich müsste ich mich freuen, mein Abischnitt entspricht meinen vorherigen Berechnungen. Mit einkalkulierter Verschlechterung in Mathe liegt er bei 1,4. Zahlen liegen mir einfach nicht, aber dafür ist der Rest – bis auf Physik – durchweg 1.

Eigentlich ein Traum, aber für mich nur eine Pflicht, die ich mir selbst lange Zeit schuldig war. Ich bin da, wo ich mit 20 hätte sein müssen. Dieses komplette Jahrzehnt ist weg, verloren, kommt nicht wieder. Jetzt bin ich 32 Jahre alt, bin in einem Alter, in dem andere geheiratet haben und sesshaft wurden. Ich fange nun erst an zu studieren, bin allein, nicht imstande Kontakte zu knüpfen, geschweige denn zu pflegen. Mein Leben rast an mir vorbei, mein Umfeld entwickelt sich in Zeitraffer, aber ich klebe auf der Stelle, bewege mich in Slowmo. Im Geiste noch in den frühen Zwanzigern nach außen ein ü30 Jähriger.

Mir gehen viel zu viele Gedanken durch den Kopf. Ich bekomme Panik, wenn ich dran denke, dass ich in 3 Monaten umziehen MUSS. In eine andere Stadt, in ein anderes Bundesland. Fernab meines gewohnten Umfeldes, meiner gewohnten Strukturen. Meiner Katzen.

Ist es das wirklich wert? Was passiert, wenn ich vollkommen untergehe, den Halt verliere? Niemand ist da, der mich stützt, ich werde völlig auf mich allein gestellt sein, will aber nicht wieder zurück in dieses Dachzimmer, in dem ich so viel erlebte. In dem ich fast ein Jahrzehnt vegetierte, in dem ich anschließend erwachsen wurde, in dem ich Erfahrungen sammelte, in dem ich mich entwickelte, in dem ich meine Zukunftspläne schmiedete.

Wenn ich umziehe, muss dies ein kompletter Cut sein. Ein Neuanfang. Neues Inventar, neue Möbel. Doch einiges wird auch aus meinem alten Leben mitkommen (müssen). Was aber, wenn ich dieses alte Zimmer betrete und es unvollständig ist? Hier hängt mein Leben, meine Erinnerungen. Die kann ich nicht einfach mitnehmen. Ich werde unvollständig sein, mein Leben wird unvollständig sein. Unvollständiger, als es seit der Trennung eh schon ist.

Ich verzweifle.

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In Gedanken versunken..

Eigentlich sollte ich die freie Zeit nach den Prüfungen nun genießen. Es ist Sommer, ich habe Zeit für mich, für meine Interessen – und bin dennoch am Boden zerstört. Es ist Sommer. Der erste Sommer seit Jahren, den ich alleine erlebe. Es fehlt etwas, kaum irgendwelche Aktivitäten machen überhaupt Spaß. Es ist mittlerweile acht Monate her, aber der Schmerz ist allgegenwärtig. Ich versuche mich abzulenken, um nicht durchzudrehen. Mit jedem Tag flammt die Fassungslosigkeit, die Wut, die Trauer, erneut auf und schlägt mit aller Macht ins Gesicht. Ich darf diese Gedanken nicht zulassen, ich darf mich diesen Gedanken nicht hingeben, ich muss stark bleiben. Ich bin allein, ich bin unvollständig. Es schmerzt, ich habe unstillbare Sehnsucht.. Ich kann noch immer nicht akzeptieren, was geschehen ist.

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